Christian Camenzind freut starke Neugeldzuflüsse der Privatban

schwarze Zahlen

Die Finanzkrise macht der gesamten Welt schwer zu schaffen. Fast kein Tag vergeht, ohne dass man neue Meldungen von Konkursen großer Firmen hört. In Deutschland sind die Betriebsschließungen noch etwas weniger verbreitet, dafür aber wird verstärkt auf Kurzarbeit gesetzt. Schließlich stellt dies eine gute Möglichkeit dar, um sich durch die Einsparungen über die Zeit zu retten, bis es der Wirtschaft dann hoffentlich wieder besser geht. Zu den Großfirmen, die derzeit um ihre Existenz kämpfen müssen, zählen selbstverständlich auch die Großbanken. Schließlich nahm die gesamte Wirtschafskrise im Bankwesen seinen Anfang, wodurch man gerade in dieser Branche von Nöten betroffen ist. Das heißt aber nicht, dass wirklich alle Betriebe in der Finanzbranche derzeit am leiden sind. Denn wo es Verlierer gibt, da gibt es immer auch Gewinner. Und so ist es auch in der aktuell schwierigen Zeit. Die Sal. Oppenheim hat beispielsweise keinen Grund zur Klage. Während viele Großbanken Kunden verlieren, hat die Privatbank starke Zuflüsse aufzuweisen. Ganze 12 % Nettogeldzufluß sind ein starkes Ergebnis und sorgt in der Chefetage für Zufriedenheit. Christian Camenzind (der Ceo des Unternehmen) meldete sich erst kürzlich zu diesem Thema zu Wort und zeigte sich dabei sehr glücklich. Ein bestes Ergebnis zu haben ist in der jetzigen Zeit schließlich alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Gleichwohl machte er aber darauf aufmerksam, dass das gute Ergebnis keineswegs ein Zufall ist. Im Gegenteil: Die Großbanken haben das Vertrauen der Kunden verspielt, und so ergibt sich für die Privatbanken die Möglichkeit, neue Kunden anzuwerben. Dies haben selbstverständlich auch andere Institute erkannt, was wiederum zur Folge hat, dass gerade in der jetzigen Zeit viele Privatbanken ein starkes Marketing betreiben.

Für Camenzind Oppenheim ist dies jedoch kein Grund zur Sorge. Schließlich ist man ein Familienunternehmen mit langer Tradition. Die Unternehmensgeschichte nahm bereits im Jahre 1789 seinen Anfang, sodass man auf eine Markterfahrung von mehr als 200 Jahren zurückblicken kann. Derzeit verwaltet man insgesamt 150 Milliarden Euro. Ein starkes Ergebnis, das selbstverständlich Mut macht. Doch auch wenn noch letztes Jahr ein Top-Ergebnis zu genießen war, verschließt man vor den aktuellen Problemen keineswegs die Augen. Christian Camenzind machte in seinem Interview aus diesem Grund darauf aufmerksam, dass die wirtschaftliche Situation in einigen Branchen sehr kritisch zu betrachten ist. Gerade um die Automobilbranche steht es derzeit schlecht. Eine Tatsache, die sich alleine schon an der Problematik bei Opel zeigt. Zwar hat die Regierung mit der Einführung der Abwrackprämie für einen kleinen Aufschwung gesorgt, doch dies reicht noch lange nicht, um die Branche komplett zu retten. Schließlich haben die Statistiken gezeigt, dass die potentiellen Käufer sich fast ausschließlich für günstige Kleinwagen interessieren. Aus Sicht des Verbrauchers mag dies verständlich sein, aus Sicht der Industrie ist dies jedoch ein großes Problem. Denn gerade mit den Luxus-Modellen machen die Automobil-Hersteller große Gewinne. Und diese finden derzeit einfach nicht statt.

Anstatt dass die Kunden in neue Autos finanzieren, suchen sie lieber nach einer sicheren Geldanlage. Und die Sicherheit genießt dabei zweifelsohne oberste Priorität. Laut Christian Camenzind zeigt sich dies auch an dem Verhalten der potentiellen Anleger. In Zeiten extremer Verluste suchen die Kunden nicht mehr unbedingt nach dem Angebot mit den höchsten Zinssätzen. Viel wichtiger ist den Anlegern eine Sicherheit, sodass sie nicht um ihr Erspartes fürchten müssen. Angesichts der Horror-Szenarien von Kunden, die nicht mehr an ihr Geld kommen, ist dieser Wunsch nach Sicherheit mehr als verständlich.