Zeitschriftenrundschau
In diesem Teil des Archivs sind Hinweise aus verschiedenen Zeitschriften enthalten.
Hier wird weniger auf das eigentliche Werk, als vielmehr auf dessen Inhalt
aufmerksam gemacht.
2000 •
2001
•
2002 •
2003
•
2004 •
2005
•
Archiv für Familiengeschichtsforschung
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Genealogie
•
Herold

Im
Archiv für Familiengeschichtsforschung (AfF), Heft 4/2000,
berichtet Dr. Hans Ulrich Pfister über die Wanderungsbeziehungen zwischen
dem Kanton Zürich und Deutschland von 1648 - 1800.
Sein Beitrag ist eine leicht überarbeitete Fassung des am 52. Deutschen
Genealogentag in Zürich gehaltenen Vortrages. Die Wanderungsbeziehung
war wohl eine zweiseitige. Während Deutsche eher vor und während
des 30-jährigen Krieges in die Schweiz einwanderten, waren es vor allem
Schweizer Bauern, die unter einem starken Bevölkerungsdruck und durch
eine Wirtschaftskrise nach dem Westfälischen Frieden in die Kurpfalz,
das Herzogtum Württemberg, nach Brandenburg, aber auch ins Elsass auszogen.
Der Versuch der Zürcher Obrigkeit, die Täufergemeinden aufzulösen,
war vor allem für die Wiedertäufer ein Grund, das Land zu verlassen.
Der Autor beleuchtet die ökonomischen (Hungersnöte) und religiösen
Hintergründe sowie die bevorzugten Auswanderungsorte und gibt die entsprechenden
Quellen an.
Im gleichen
Heft 4/2000 des AfF stellt Konstantin
Huber ein Forschungsprojekt des Heimatvereins Kraichgau e.V. über die "Erfassung
der Schweizer Einwanderer in den Kraichgau und die angrenzenden Gebiete nach
dem 30-jährigen Krieg" vor.
Es geht dabei vor allem um eine Neubearbeitung des vergriffenen Buches "Schweizer
Einwanderer in den Kraichgau nach dem 30-jährigen Krieg" von 1983.
Das Hauptmanko dieses Buches lag im Umstand, dass es auf Grund von Sekundärquellen
zusammengestellt wurde.
Zuerst erfolgt eine elektronische Erfassung der 1983 publizierten Daten mit
einer in 63 Felder unterteilten Datenbank, was eine detaillierte Fragestellung
ermöglicht. Das Ziel des Projektes ist eine völlige Neubearbeitung
des Themas, da der Vergleich von Daten mit den Kirchenbüchern bzw. Ortsfamilienbüchern
einzelner ausgewählter Orte zeigte, dass die Fehlerquote bzw. Unvollständigkeit
einen zu hohen Grad aufweist. Das ehrgeizige Ziel verfolgt, auch die angrenzenden
Landschaften des Kraichgaus zu erfassen und das Untersuchungsgebiet auf fast
300 selbständige Gemeinden des Kraichgaus auszudehnen. Ebenfalls ein
Ziel der Neubearbeitung ist nicht nur die Bereitstellung umfangreichen Materials
für die genealogische Forschung, sondern zugleich die Ausweitung in migrationsgeschichtlicher
und historisch-demographischer Hinsicht. Ein wichtiger Punkt ist die Frage,
wer als "Schweizer Einwanderer" definiert werden soll? Können
nur die damalige XIII-örtige Schweiz oder auch die zugewandten Orte und
die gemeinen Herrschaften berücksichtigt werden? Es wurde eine sinnvolle
Lösung zwischen historischer und heutiger politischer Situation gewählt.
Klar an der Spitze liegt der heutige Kanton Zürich mit 39 %, gefolgt
von Bern mit 20%. Deutlich weniger trugen der Kanton Schaffhausen mit 11 %,
der Aargau mit 8 %, Thurgau mit 7 %, Graubünden mit 5 % und St. Gallen
mit 4 % bei.
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Mit
der Auswanderung nach Amerika setzt sich Herr Antonius Holtmann in seinem Artikel
"Germans to America im Dreier-Pack: Fallstricke und kein Ende" sehr
kritisch auseinander (
Genealogie, Hefte 11-12/2000 und 1-2/2001).
Er versuchte die Daten der Bände 61–64 von "Germans to America"
(GTA) von 1850–1888, die auch als CD-ROM erhältlich sind, und die
Auswanderer-Daten-Bank (DTA) miteinander zu vergleichen. Er stellte dabei so
viele Fehler, fehlende Daten und Ungereimtheiten fest, dass man sich fragen
muss, wie so etwas zu Stande gekommen ist? Eine weitere Autorin, Frau Elisabeth
Sroka, die sich in Genealogie, Heft 11-12/2000, zu einem ähnlichen Thema
äussert, stellt lakonisch fest, dass die GTA-Bände voller Fehler seien.
Herkunftsorte würden selten genannt, Dänen werden zu Deutschen, Frauen
zu Männern gemacht, Schiffe werden ausgelassen. Alles in allem als Nachschlagewerk
für Familienforschung nicht zu empfehlen. Das Gleiche scheint auch mit
Schweizer Auswanderern geschehen zu sein. Schweizer avancierten zu Deutschen,
und ein Schiff mit nur Schweizer Bürgern hatte effektiv nur Deutsche an
Bord!
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Eine Rückschau auf dem 24. Internationalen Kongress für Genealogische
und Heraldische Wissenschaften vom 2.-7. Mai 2000 in Besançon hält
Herr Peter Rätzel im
Herold, Heft 20/2000. Wenn
auch etwas spät, werden einige Erinnerungen an diese Veranstaltung wachgerufen.
In knapper Form wird eine Anzahl Vorträge resümiert.
In einem kurzen Aufsatz des
Herold, Heft
20/2000, S. 260, wird die Deutsche Auswanderer Datenbank (DTA) als ein
Projekt des historischen Museums Bremerhaven vorgestellt. Neben dem Umfang der
Daten und der Möglichkeit zur Durchführung von Recherchen wird auch
die Datenqualität gestreift.
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